Remember Mahmud Azhar

Zum neuen Jahr versammelten wir uns zum Gedenken an Mahmud Azhar. Eine Mahnwache für das Ende rassistischer Gewalt!

Am 7. Januar jährt sich der rassistische Angriff auf den in Pakistan geborenen FU-Studenten Mahmud Azhar, an dessen unmittelbaren Folgen er in der Nacht zum 6. März 1990 verstarb, zum 27. Mal. Zum Zeitpunkt seines Todes war er 40 Jahre alt. Im Mai desselben Jahres hätte er seine Promotion abgeschlossen.

„An Mahmud Azhar erinnert sich an der Freien Universität heute fast niemand mehr. […] Es besteht eine unabdingbare Notwendigkeit das zu ändern und den unerträglichen Zuständen, die dieses Vergessen möglich gemacht haben, offensiv zu begegnen.“

Wir, die Initiative in Gedenken an Mahmud Azhar, der AStA FU Berlin und La:iz rufen zu einer Mahnwache am Ostpreußendamm auf, um des rassistischen Mordes an Mahmud Azhar und all den anderen Opfern rassistischer und faschistischer Gewalt zu gedenken.

Kein Vergeben, Kein Vergessen!
Für ein Ende der rassistischen Gewalt!

Mahnwache
14 Uhr, Samstag 7. Januar 2017
Ostpreußendamm 111

Über den Mord an Mahmud Azhar:
https://www.astafu.de/content/remember-mahmud-azhar

– english –

On 7th January it will be 27 years since the violent racist assault against the FU-student Mahmud Azhar, who died in the aftermath of this attack in the night to 6th March 1990. He was 40 years old when he died and would have finished his Ph.D. in May of the same year.

„At the Freie Universität Berlin almost nobody remembers Mahmud Azhar anymore. […] There is an inevitable necessity to change this and to ofensively face the unbearable conditions that made this oblivion possible.“

We, the Initiative in Remembrance of Mahmud Azhar, AStA FU Berlin and La:iz invite you to a Manifestation at Ostpreußendamm, in remembrance of the racist murder of Mahmud Azhar and all the other victims of racist and fascist violence.

Never forgive! Never forget!
No more racist violence!

Manifestation
2 pm, Saturday, 7th January 2017
Ostpreußendamm 111

About the murder of Mahmud Azhar:
https://www.astafu.de/sites/default/files/OoD%2015_engl.pdf„.

Der Mord an Azhar ist kein Einzelfall. Die Initative „… ums Ganze!“ rief auf, zur Demonstration am 07.01. nach Dessau zu fahren.

Mehr als 1500 Leute waren bei der Oury Jalloh-Demo in Dessau und das trotz kaltländischer Wetterverhältnisse!
Wir vergessen die Opfer rassistischer Polizeigewalt nicht und sind auch nächstes Jahr wieder am Start.
Denn Oury Jalloh – das war Mord!

Weil es auch uns nicht loslässt:
Hintergrundinfos gibt es in einer gut recherchierten Radio-Dokumentation vom WDR (2014), die ihr hier findet http://www1.wdr.de/…/audio-oury-jalloh—die-widerspruechli….
Die Initiative „Break the Silence“ leistet fantastische Arbeit zur Aufklärung, also schaut doch auch mal da vorbei: https://initiativeouryjalloh.wordpress.com/.

la:iz

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für Remember Mahmud Azhar

Video gegen Neoliberalisierung

la:iz

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für Video gegen Neoliberalisierung

Der Kampf geht weiter – Hüttenweg 43!

Auf der Flucht traumatisiert und hier in Deutschland weitert terrorisiert:

150 Geflüchtete leben seit 14 Monaten im Hüttenweg 43. In einer Sporthalle. „Privatsphäre“ können sie sich nur durch gespannte Folien oder Bettlaken zwischen den Stockbetten bauen.

Statt einen Platz zum Lernen oder gar an der Uni, haben sie einen Lagerplatz. Und das schon länger, als vom Berliner Senat versprochen: Maximal für ein Jahr sollten sie hier „leben“.

Auch eine mangelnde Hygieneversorgung trägt dazu bei, dass sich die Geflüchteten nicht erholen können.

Deswegen nehemen sie nun den Kampf auf: Seit dem 12.12. befinden sich mehrere Geflüchtete im Hungerstreik. Gefordert wird die Schließung des Heims. Jeder Familie soll zumindest ein eigenes Zimmer zur Verfügung stehen. Beim derzeitigen Leerstand vieler Villen in Dahlem ist nicht begreiflich, warum ihren Forderungen nicht nachgekommen wird.

Zusammen mit den Geflüchteten riefen wir zur Demonstration auf. Nach gemeinsamen Transpi Malen, ging es am 16.12. vor die Mensa der Rost- und Silberlaube.

15590165_1336342486407207_8704397493778603030_n15542213_1336342306407225_8285554033377090036_n

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geflüchtete schildern ihre Situation durch Erzählungen, Musik und Gesang.
Und trotz erfolgreicher Kundgebung ist der Kampf noch nicht vorbei: also unterstützt die Geflüchteten aus dem Hüttenweg 43! Schaut bei ihnen vorbei und verbreitet die Infos.

15621757_1337702189604570_6772237918810473864_n15578063_1337702232937899_3216435518421784165_o 15622149_1337702539604535_7799917982692159327_n

Ein baldiges Ende der beschissenen Lebensbedingungen? – „Ich kann es Ihnen nicht versprechen, aber ich hoffe es sehr.“
Vom Hoffen verbessert sich die Situation der Geflüchteten nicht, Frau Breitenbach.
Protestieren und die Dinge selbst in die Hand nehmen! Villen und Social Center statt Turnhallen!

Die Abendschau gibt Eindrücke von der Turnhalle und Lebenssituation der Geflüchteten aus dem Hüttenweg 43.

la:iz

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für Der Kampf geht weiter – Hüttenweg 43!

Advent, Advent, dein Wäglein brennt – Widerständige Gedichte zur Weihnachtszeit, 3. Akt

„Freie Universität,
ich komm immer zu spät,
scheiß U3,
ach was sind wir frei,
VWL und Jura
nur BWL ist cooler.

Freie Universität,
wir ernten was sie sät,
der Arbeitsmarkt der wartet schon,
so richtig hoch der erste Lohn.

RATS 2016.“

Kein automatischer Alternativtext verfügbar.
la:iz

 

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für Advent, Advent, dein Wäglein brennt – Widerständige Gedichte zur Weihnachtszeit, 3. Akt

CLOSE THE HEIM – Hüttenweg 43!

Solidarität mit unseren Nachbar*innen im Hüttenweg 43

CLOSE THE HEIM

Seit mehr als einem Jahr wird Geflüchteten in einer Turnhalle im Hüttenweg 43 in Dahlem vorgegaukelt, dass es sich bei ihrer Unterbringung um eine Übergangslösung handelt. Privatsphäre ist in der Turnhalle nicht möglich. Viele der Geflüchteten gehen zur Schule oder besuchen Deutschkurse, können in der Unterkunft aber nicht lernen.

Immer wieder wird von Seite des Senats versprochen, dass bald eine bessere Lösung für die rund 150 Menschen eingerichtet werde, die hauptsächlich aus Syrien und Afghanistan flüchteten. Doch es passiert nichts.

Diese Zustände sind nicht tragbar. Besonders angesichts der vielen leerstehenden Villen in Dahlem, ist es nicht zu akzeptieren, dass Bewohner*innen seit 14 Monaten in Mehrstockbetten, nur sichtgeschützt durch Folien oder Bettlaken, bleiben müssen.

Seit Montag befinden sich Geflüchtete im Hungerstreik und wollen ihren Protest nun auch an die Uni tragen! Sie sind entschlossen auf ihre Situation aufmerksam zu machen und den Senat dazu zu bringen, die Turnhalle zu räumen.

Dazu zwei Termine:

Am Donnerstag, den 15.12. um 11.00 Uhr Treffen am Hüttenweg 43 zum Schnakken mit den Protestierenden und gemeinsamen Transparente Malen. Einige Studierende gehen um 10.30 Uhr am AStA in der Otto-von-Simson-Str. 23 zusammen los.

Und am Freitag, den 16.12. um 11.30 Kundgebung der Geflüchteten vor der Hauptmensa!

Kommt und unterstützt den Kampf der Geflüchteten im Hüttenweg 43!

15403616_1335533673154755_1725952025354726421_o

Für weitere Infos:

http://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/steglitz-zehlendorf/fluechtlinge-in-berliner-turnhallen-es-ist-der-wahnsinn-dass-es-so-lange-dauert/14972990.html

http://oplatz.net/huttenweg/

la:iz

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für CLOSE THE HEIM – Hüttenweg 43!

Guerilla im Grimm-Zentrum

15443267_1335230943185028_8114310419490836587_o 15540657_1335229213185201_8405220752626291928_o

Das Grimm-Zentrum: Ein Symbol der unternehmerischen Hochschule
Das angebliche „Bibliothekswunder“ in Berlin-Mitte. Das größte Wunder besteht in Wahrheit darin, sich im Wettbewerb um einen freien Arbeitsplatz gegen die konkurrierenden Kommiliton*innen durchzusetzen.

In der preisgekrönten Zentralbibliothek, in der sexistische Macker Sprüche den verbliebenen Spaß an der wissenschaftlichen Betätigung komplett verderben. Symbolisch thront sie zwischen Bahnhof Friedrichstraße und dem Hauptgebäude der HU. Mit ihrem symmetrischen Aufbau verkörpert sie die gleichförmige und eintönige Langeweile der Massenstudierendenhaltung par excellence. Inspiration und Utopie geht anders!

Studierende wollten im Rahmen des Blockupy Europe-Aktionstages am 02.09. mit einer Kissenschlacht im Grimm-Zentrum, gegen diese Zustände protestieren. Der repressive Charakter der Humboldt-Universität und der Berliner Polizei trat jedoch offen zutage: sie beschlagnahmten die Kissen und verboten den Protest. Deshalb haben wir uns entschieden, heute der Traurigkeit im Grimm-Zentrum für wenige Minuten ein Ende zu setzen und sorgten für ein riesengroßes Durcheinander.

Am 14.12. machten Aktivist*innen mit Konfetti, Transparenten und Flugblättern klar:

Wir werden uns auch in Zukunft den Protest nicht nehmen lassen und weiterhin den grauen Alltag und den täglichen Wahnsinn an der Uni durchbrechen!

ab

la:iz

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für Guerilla im Grimm-Zentrum

Bericht aus dem neoliberalen Gemenge

Diesen Dienstag luden wir zur „Kissenschlacht Meisterschaft, Disziplin Ellenbogen-Lernen“ ein. Rund 60 Studis von FU, HU und TU (und Mitglieder der TU Hochschulgruppe „Die Partei“) folgten unserem Aufruf.

15577904_1333618710012918_3514626655536500394_o 15542070_1333441890030600_3670741501010188608_n15356560_1333493480025441_2329824781382596090_n 15443186_1333614836679972_7763564868398270359_o

Journalist*innen waren vor Ort und berichteten:                                                                             tazB.Z.ze.ttDer Tagesspiegel

la:iz

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für Bericht aus dem neoliberalen Gemenge

VG Wort angreifen – freies Wissen für alle!

15385278_1830426623871556_9031023625291734375_o

Die AG „VG Wort angreifen – freises Wissen für alle!“ intervenierte am 12.12. die FU Infoveranstaltung zum Unirahmenvertrag. Eingeladen waren alle Studier- und Dozierenden der Hochschule. Auf der Bühne des Audimax‘ sprach unter anderem FU Vizepräsident Klaus Hoffmann-Holland.

„Dasselbe Präsidium, das in der Vergangenheit studentischen Protest nur allzu gerne mit Haftandrohungen, Strafanzeigen oder gar körperlicher Gewalt beantwortete, äußerte vergangene Woche gegenüber dem AStA FU Berlin ein Kooperationsangebot zwischen Hochschulleitung und einer „studentischen Aktionsgruppe“ zur VG Wort, mit der wohl wir gemeint sein sollten.

Darüber haben uns Gedanken gemacht und Vizepräsident Hoffmann-Holland kurzer Hand beim Wort genommen: Aus der „ArbeitsGruppe VG Wort“ wurde eine „AktionsGruppe VG Wort“, die sein Kooperationsangebot angemessen beantworten sollte.

Wir haben der bloß mäßig besuchten Infoveranstaltung der Hochschulleitung zum Unirahmenvertrag einen Besuch abgestattet und unsere Antwort klar gemacht: Wir lehnen jede Kooperation mit den Machthabenden der Freie Universität Berlin ab!

Denn angesichts des Arbeitskampfes am Botanischen Garten, der uni-(r)-assist-Bewegung und nicht zuletzt der gewalttätigen Repression gegenüber studentischen Protesten steht für uns eines fest: Wir als politisch organisierte Studierende werden uns nicht beliebig für die Interessen eines Präsidiums instrumentalisieren lassen, das sich nie auch nur ein Stückchen auf uns zubewegt hat, wenn es keine gemeinsame Gegenspielerin wie die VG Wort gab.

Das Präsidium darf gerne wiederkommen, wenn es seine autoritär-neoliberale Politik aufgegeben hat und sämtliche Universitätsmitglieder ernsthafte Gestaltungs- und Mitbestimmungsspielräume erhalten. Doch bis dahin bleibt unser Banner Programm!“

heißt es auf der Facebook Seite der AG.

15493522_1830426630538222_6987355430760850385_o

Neben Flyern und einem Transparent fielen auch klare Worte:
„Letzten Donnerstag, in der Sitzung des Akademischen senats, bot FU Vizepräsident Klaus Hoffmann-Holland dem Asta FU eine Kooperation zwischen Präsidium und Studierenden, in der Sache „Unirahmenvertrag“, an.
Klaus Hoffmann-Holland ist Teil des Präsidiums unter FU Präsident Peter-André Alt. Sie hatten keinerlei Skrupel, 2013 die Rahmenstudien- und – prüfungsordnung in einer geheimen Sitzung des Akademischen senats durchzudrücken. Entgegegen allen studentischen Interessen und Empfehlungen!
Das Präsidium ließ studentischen Protest durch einen privaten Sicherheitsdienst zusammenschlagen und Anzeigen auf die Demonstrierenden regnen.
Klaus Hoffmann-Holland ist Teil des Präsidiums, das die Besetzung des Seminarzentrums, während des Bildungsstreiks 2011, unter Anwendung körperlicher Gewalt räumen ließ. Auch hier stellte FU Präsident Peter-André Alt Strafanträge, um uns Studierende einzuschüchtern.
Wir werden auf das Kooperationsangebot des Präsidiums nicht eingehen!
Anhand des Arbeitskampfes am Botanischen Garten, der uni-(r)assist Bewegung und nicht zuletzt anhand der gewaltätigen Repression gegenüber studentischen Protesten wissen wir genau, wer auf unserer Interessen vertritt und wer nicht.
Eins ist uns gewiss: Wir, als politisch organisierte Studierende, werden uns nicht beliebig für präsidiale Interessen instrumentalisieren lassen! Auch nicht im Falle des Unirahmenvertrags, wo sich – bisher – studentische und präsidiale Interessen überschneiden!
Wir rufen alle Studierenden dazu auf, gegen den neuen Unirahmenvertrag aktiv zu werden: Auch an den Neuverhandlungen werden wieder keine Studierenden beteiligt.
Es ist unser Zugangsrecht auf Wissen, das ohne uns verhandelt wird.
VG Wort angreifen – freies Wissen für alle!„.

Auch „KlasseGegenKlasse“ berichtet über die Intervention.

la:iz
Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für VG Wort angreifen – freies Wissen für alle!

Advent, Advent, dein Wäglein brennt – Widerständige Gedichte zur Weihnachtszeit, 2. Akt

Bild zeigt 1 Person, sitzt

„Marktwirtschaft, Marktwirtschaft,
besser als die Schankwirtschaft.
Nimm hin unser Semestergeld,
André Alt – unser Held.
Lang lebe das Präsidium,
zum Glück sind alle Studis dumm.“

la:iz

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für Advent, Advent, dein Wäglein brennt – Widerständige Gedichte zur Weihnachtszeit, 2. Akt

Offener Brief der FSI*OSI zur Überbuchung am Institut

Am 4. Dezember veröffentlichte die Fachschaftsinitative des Otto-Suhr-Instituts folgenden offenen Brief:

„Der studentische Alltag am OSI sieht zu Beginn des Wintersemesters so aus: Es gibt gnadenlos überfüllte Seminare; Erstsemester, die in PS/MWAs um Plätze betteln müssen; verkürzte Diskussionen, an denen sich letztlich 5 der 80 Seminarteilnehmenden beteiligen können. Das Lehrangebot ist starr und ignoriert studentische Interessen.

Der kapitalistischen Logik folgend müssen auch Universitäten zum Zweck ihrer Finanzierung Output in Form von Absolvent*innen produzieren. Da der Staat auf die Erfüllung des selbstauferlegten Kontingents an Studienplätzen pocht, werden beliebte Studiengänge seit Jahren über die Kapazitätsgrenze hinaus hoffnungslos überbucht. Darunter leidet zwangsläufig eine Lehre, die das Hinterfragen vorherrschender Machtverhältnisse ermöglichen sollte. Das muss ein Ende haben!

Die Erfahrung aus der Lehrplanung verdeutlicht: Studentische Interessen werden kaum gehört. Die Studierendenbefragung vom Sommersemester 2016 bestätigt die kritisierten Missstände: Die Diskussionskultur wird durch Referatszwang und Vorlesungscharakter zerstört, die Betreuung von Bachelorarbeiten findet teilweise nicht statt, der Raum für kritische Diskussionen geht verloren. Eine Universität ist kein Unternehmen, wir Studierende sind keine Kund*innen.

Dem stetigen Anstieg der Studierendenzahlen am OSI wird nicht begegnet, nein, Studierende sind zu bloßen Nummern in Excel-Tabellen degradiert, die möglichst schnell wieder mit einem Abschluss verschwinden sollen. Die Zahlen aus dem letzten Wintersemester belegen: Fast alle Module sind durchschnittlich mit weit mehr als 30 Studierenden pro Seminar überbelegt. Aber auch in diesem Semester sieht es nicht besser aus: Im Masterseminar „Transformationstheorien“ von Prof. Dr. Brigitte Kerchner mit 113 Anmeldungen im Campus Management wurden nun aufgrund der Größe des Seminars Referatsgruppen mit 20 Personen gebildet! Im 74 Anmeldungen zählenden Masterseminar „Aufstieg der Neuen Rechten – Krise der politischen Theorie“ muss Rainer Alisch nun in seiner Freizeit unbezahlt für wahrscheinlich die Hälfte der Seminarteilnehmenden Essays und Hausarbeiten betreuen. Im Bachelor sieht es nicht anders aus: Das Seminar „Rassismus im Kapitalismus“ von Eleonora Roldán Mendívil hat 68 Anmeldungen, ähnlich wie das Seminar „Wie geht emanzipatorisches Denken? Historischer Materialismus vs. Poststrukturalismus“ von Martin Fries mit 70 Anmeldungen.

Die FSI*OSI spricht sich klar gegen Teilnahmebeschränkungen für Seminare oder gar eine weitere Anhebung des NC aus! Dadurch würde die ohnehin immer stärker schrumpfende Freiheit im Studium weiter eingeschränkt. Stattdessen sollte die Ausrichtung der Lehre an studentischen Interessen im Zentrum der Bemühungen stehen:
Wir fordern eine höhere Anzahl der an den Interessen der Studierenden ausgerichteten Seminare. Wir fordern, dass genügend finanzielle Mittel bereitgestellt werden, um den Bedarf an Seminaren zu decken. Wir fordern daher, dass die Vergabe von Lehraufträgen in Zukunft ausschließlich auf der Liste mit Studierendenwünschen basiert und die Ausbildungskommission (ABK) mehr Gehör am OSI findet.

Wir fordern eine gerechtere Bezahlung der Lehrbeauftragten und die Abschaffung der derzeitigen prekären und unwürdigen Beschäftigung von Lehrbeauftragten. Wir fordern langfristig mehr festes Lehrpersonal. Statt der Konkurrenz um Finanzmittel fordern wir die Kooperation zwischen den Fachbereichen. Damit geht einher, dass die Finanzierung von Bildung unabhängig von Absolvent*innenzahlen erfolgen sollte, ja gar nicht an Bedingungen geknüpft sein darf. Wir fordern daher auch eine zunehmende Unabhängigkeit von Drittmitteln. Erst wenn diesen Forderungen nachgegangen wird, ist überhaupt eine sinnvolle Kooperation von Fachbereichen möglich.

Wir fordern eine demokratische, gesellschafts- und herrschaftskritische Universität.
Für eine kritische Lehre am OSI!

30.11.16, Fachschaftsinitiative des Otto-Suhr-Instituts (FSI*OSI)

Alle, die mit uns gegen diese Missstände vorgehen wollen, können mit uns zur nächsten Sitzung des Institutsrats am 07.12.2016 um 09:30 Uhr gehen. Informiert eure Kommiliton*innen, kommt vorbei, diskutiert mit, macht eure Interessen deutlich!

Weitere Infos findest du in unserem Post zu den Hintergründen der Überbuchung an der FU & am Fachbereich PolSoz.

la:iz

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für Offener Brief der FSI*OSI zur Überbuchung am Institut