Die Stasi-Frage oder „Dürfen wir als emanzipatorische Linke einen ehemaligen Stasi-Mitarbeiter verteidigen?“‘

„Seit dem Entfachen der Debatte um Andrej Holm ist das Thema „Stasi“ wieder im öffentlichen Diskurs angekommen. Und auch wir als Aktivist_innen und Besetzer_innen, die sich für Andrej Holm und seinen Verbleib an der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) engagieren, sind uns der Wichtigkeit der Auseinandersetzung bewusst. Dieser Text versucht mit jener Auseinandersetzung zu beginnen und soll gleichzeitig als Antwort auf die stumpfe Argumentation von Holm-Gegner_innen dienen. Denn mit dem Scheinargument „Aber er war bei der Stasi!“ kommen wir in der Diskussion nicht weiter, lediglich verfestigen sich Fronten. Unser Ansatz als Besetzer_innen ist einer, der Diskussion zulässt, vielmehr sie forciert. Uns geht es um Kritik, um das Hinterfragen von Sachzwängen und Alltäglichkeiten. Und damit soll auch bei der Thematik des Umgangs mit einer Stasi-Vergangenheit Andrej Holms nicht Halt gemacht werden.

Wir besetzen das Institut für Sozialwissenschaften mit der Forderung Andrej Holm dort wieder zu beschäftigen und fühlen uns dadurch im Besonderen verpflichtet uns mit der Konstruktion von ostdeutschen Biografien vertraut zu machen. Denn auch hier lohnt es sich kritisch nachzufragen und die lückenhafte Erzählung wieder in den Fokus zu rücken.

Es muss die Frage gestellt werden dürfen, wie wir uns zur DDR und dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS) positionieren. Gleichzeitig sollte auch beachtet werde, dass sich die Besetzung nicht aus einer Verteidigung jenes Staates und seinen Mitteln ergab, sondern aus der universitären Erfahrung mit einem kritischen Wissenschaftler. Dennoch ist uns bewusst, dass dieser Aspekt von Holms Vergangenheit ein nicht zu vernachlässigender ist.

Gleichsam ist zu vermerken, dass die Besetzung nicht den Anspruch hat und haben kann, alle Beteiligten auf einen Nenner zu bringen. Deshalb ist dieser Text als das zu werten, was er ist:: der Versuch der Formulierung von den Gründen einer Aktivistin an der Besetzung des ISW teilzunehmen und die Gedanken, die dieser Entscheidung vorangegangen sind. Auch ist nichts in diesem Text nicht diskutabel; es handelt sich um einen ersten Rundumschlag.

Denn im Gespräch mit Kommiliton_innen kam es immer wieder zu Diskussionen. Auch unsere Generation hat durch die Berichte der ostdeutschen Familien ein Bild von der DDR und einige Personen sprachen von einer direkten Erfahrung mit dem MfS: Eltern, die inhaftiert und abgehört wurden, Versuche von „Republikflucht“ und das Lebensgefühl der Unfreiheit.

Wir, als Besetzer_innen, wollen das nicht kleinreden und sehen unseren Protest nicht als Verteidigung einer Diktatur und eines Überwachungsstaates an. Uns geht es primär um die Entlassung als Dozent, die laut HU-Präsidentin Sabine Kunst (SPD) nicht aus dem Grund der Tätigkeit beim MfS Holms entschieden wurde, sondern wegen falscher Angaben in einem diesbezüglichen Fragebogen der Universitätsleitung. Aber es ist schwierig, die Debatten um studentische Mitbestimmung und eine Demokratisierung der Hochschule von den Umständen des Falles zu trennen.

Dieser Text hat nicht den Anspruch auf Wissenschaftlichkeit; ich sehe davon ab mit Quellen zu arbeiten und versuche stattdessen prägnante und für mich tragende Gründe aufzuzählen und zu verdeutlichen, die für den Protest gegen die Entlassung Andrej Holms sprechen.

Wir Studierende sind (zumeist) nach 1989 geboren und haben damit einen anderen Zugang zur Debatte um eine DDR-Realität, da wir sie (zumeist) nicht direkt miterlebt haben. Meine persönliche Beschäftigung mit der DDR beschränkte sich bis zum Fall Holm auf die Wiedervereinigung und die sogenannte friedliche Revolution. Hier lässt sich der erste Vorteil des Trubels um die Causa Holm erahnen. Die, die sich für ihn einsetzen, sehen sich in der Position zu erfahren, was die DDR für ihre Bürger_innen und Bewohner_innen bedeutete. So finden sich im Programm der Besetzung immer wieder Veranstaltungen, die sich mit verschiedenen Aspekten einer ostdeutschen Realität, zu DDR-Zeiten und jetzt, beschäftigen.

Diese Veranstaltungen dienen nicht der angetäuschten Auseinandersetzung, die uns legitimiert, denn auch zehn Veranstaltungen können kein Abbild ergeben. Aber sie zeigen, dass unter den Studierenden der Wille vorhanden ist, sich Perspektiven auf die Diktatur geben zu lassen und diese kritisch zu diskutieren. Denn auch wenn wir zu jung erscheinen, können wir bei einigen Aspekten mitreden. Kontinuitäten in der Verschiedenheit von Ost- und Westdeutschland bekommen auch wir zu spüren.

Aber die Auseinandersetzung an sich kann nicht als das schlagende Argument zur Partizipation an jener Besetzung gelten. Sie ist ein notwendiger Faktor, ohne den sich die Besetzung und der Kampf für Andrej Holm delegitimieren würde. Dennoch muss eine aussagekräftige Argumentation weitergehen.

Die Frage, wie eine Person zu einer Überzeugung kommt, ist entscheidend für die Bewertung ebendieser. Und durch die Beschäftigung mit soziologischen Fragestellungen im akademischen Kontext gewinnt eine Theorie von Bedeutung. Sie geht davon aus, dass es keinen determinierten Weg gibt. Sie geht des Weiteren davon aus, dass Menschen dennoch keine völlig freien Entscheidungen treffen (können). Vielmehr entwickeln sich Meinungsansätze und Entscheidungstendenzen durch und über das Umfeld, oder anders gesagt über die Sozialisation.

Durch diese Herangehensweise an den Menschen, kann die Schuld für Entscheidungen nicht vollkommen bei der Person liegen. Um miteinander leben zu können, muss dennoch davon ausgegangen werden, dass der Mensch eine gewisse Entscheidungsfreiheit hat. Denn in den meisten Situationen werden alternative Möglichkeiten aufgezeigt, verschiedene Meinungen bekommen einen Raum.

Dieser Raum wird in einer Diktatur nicht gegeben. Die DDR hatte keine freie Presse, „problematische“ und „antisozialistische“ Personen wurden systematisch überwacht, eingeschüchtert und eingesperrt.

Andrej Holm kommt aus einer Familie, die die DDR unterstützte und selbst beim MfS aktiv war. Es war somit kein Zufall, dass eine Karriere bei ebendiesem Ministerium eine gangbare Zukunft darstellte.

Die Argumentation mit Sozialisationseffekten soll und darf Verhalten nicht entschuldigen. Mit ihr lässt sich dennoch erklären, warum Menschen zu bestimmten Zeitpunkten Entscheidungen treffen, die sie unter anderen Umständen nicht getroffen hätten. Sie darf nicht missbraucht werden und soll Holms Karrierewahl während seiner Jugend nicht vollkommen entschuldigen.

Und auch der Sozialisationseffekt stellt für mich nicht das tragende Argument dar. Denn bisher kann dieser Text als Rechtfertigung von Holm und uns, den Besetzer_innen, gelesen werden. Das ist jedoch nur möglich, wenn die Arbeit, die Andrej Holm aktuell leistet, nicht einbezogen wird.

Hier liegt für mich der Grund für die Legitimität des Protestes. Denn Holm steht in seiner politischen und wissenschaftlichen Arbeit den Prinzipien einer Diktatur konträr gegenüber. Zwar lassen sich Grundsätze, die die DDR für sich beanspruchte, in seiner Arbeit wiederfinden, jedoch liegt nun der Versuch vor, diese auf demokratischem Weg durchzuführen. Jene Grundsätze sind beispielsweise die Auffassung, dass Menschen das Recht auf eine Unterkunft haben oder dass es für den eigenen Werdegang nicht ausschlaggebend sein sollte, wie die Eltern wirtschaftlich gestellt sind.

Holm setzt sich für eine Demokratisierung der Stadt ein, für das Mitspracherecht aller, nicht nur jener, die über das Kapital verfügen, dass es zum Investieren braucht. In der Theorie um ein Recht auf Stadt und eine radikal demokratische Stadt geht es um eine Stadt von unten, um Selbstorganisierung und die Möglichkeit aller, ihre Wünsche mit den anderen Bewohner_innen zu diskutieren und umzusetzen. Es geht um ein Recht auf Stadt, um eine radikale Demokratie, die es schafft, dass die Stadt keinen Ausschluss produziert. Es geht um eine Stadt, die die Möglichkeit eröffnet, dort zu leben, wo du es willst. Das Argument, dass nicht alle Menschen in Mitte leben können, ist absurd, da nicht alle Menschen in Mitte leben wollen. Durch die Beschäftigung und das Einbringen eigener Fähigkeiten und Ideen in Kieze, wird der eigene Kiez das Zentrale und die Mitte der Stadt wird neu definiert.

Dieser Vorschlag klingt utopisch, aber Holm versuchte durch die Umsetzung der Wissenschaft in konkrete realpolitische Forderungen jener Utopie näher zu kommen, wie durch die Zusammenarbeit mit Mieter_inneninitiativen. Diese Initiativen bieten allen Anwohner_innen die Möglichkeit sich für die Belange des Wohnumfeldes einzusetzen. Sie stellen dabei basisdemokratische Gruppen dar, in denen sich alle Menschen engagieren können.

Die inhaltliche Diskussion eines Rechts auf Stadt soll in diesem Essay nur sehr abgekürzt stattfinden, da es zu dieser Thematik wesentlich ausführlichere Texte gibt. Es soll hier nur verdeutlicht werden, dass in der Form der wissenschaftlichen Auseinandersetzung Holms mit dem Thema Stadt deutlich wird, dass Demokratie, als Partizipation aller, im Vordergrund steht.

Und genau diese Forderung nach einer Demokratisierung durchzog auch Holms Lehre. Er versuchte in seinen Seminaren Hierarchien abzubauen und mit den Studierenden auf einer Augenhöhe zu sprechen. Es ging nicht um eine geordnete Disziplin, um der Disziplin willen, sondern um eine gemeinsame Beschäftigung, die davon profitiert, dass alle mit verschiedenen Fähigkeiten und unterschiedlichen Wissensschwerpunkten in das Seminar kommen.

Das sind die Punkte, die mich davon überzeugt haben, dass der Protest für Andrej Holm ein Projekt ist, dass uns allen nutzt. Es geht um einen Kampf um Mitbestimmung, um die Verwirklichung einer radikalen Demokratie in Stadt, Universität und Gesellschaft im Ganzen.

Und dennoch hat der öffentliche Diskurs in Berlin, der hauptsächlich gegen Holm arbeitete, etwas Gutes an sich. Damit soll der letzte Punkt auf der Liste ausformuliert werden. Durch die Affäre wurde das Thema „Überwachung“ wieder präsenter und die Möglichkeit den Diskurs um Freiheit und Überwachung und die Rolle des Staates als Verfechter einer Bespitzelung im angeblichen Dienste der Sicherheit in den Fokus zu rücken tut sich erneut auf. Eine Kritik des Staates und die Erörterung alternativer Modelle zur Organisierung einer Gesellschaft können ein Resultat der Auseinandersetzung sein. Denn die Kritik an der DDR muss nicht in die Lobpreisung der parlamentarischen Demokratie und des Kapitalismus als Lösungen für die dort entstandenen Probleme enden.

Damit endet dieser Text, in dem die Position einer Besetzerin in Bezug auf die Stasi-Vergangenheit Andrej Holms verdeutlicht werden soll. Andrej Holm hat sich in seiner politischen und wissenschaftlichen Praxis von seiner Vergangenheit durch direkte Anwendung basisdemokratischer Prinzipien distanziert. In Solidarität mit ihm, seinem Arbeitskampf, den Kämpfen der Mieter_inneninitiativen und hochschulpolitischen Bewegungen, versuchen wir unsere Position zu verdeutlichen. Wir kämpfen nicht für Unterdrückung und den Wiederaufbau oder die Relativierung einer Diktatur, sondern für eine emanzipatorische, radikal demokratische Gesellschaft, die Gegebenheiten hinterfragt. Wir lassen uns nicht in die Rolle der Verteidigung eines Systems drängen, sondern versuchen durch unsere Besetzung einen Gegenentwurf aufzubauen.“

Erstveröffentlichung:  #iswbesetz. 01.02.2017.

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#iswwächst

… und bleibt besetzt. Aktuellste Informationen aus der Besetzung findet ihr hier:

Kommt vorbei, seid Teil!

la:iz

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Uni von unten – Holm bleibt!

Nach seiner Entlassung als Staatssekretär, wurde Andrej Holm nun auch an der Humboldt Universität gekündigt.

Der Staat macht einmal mehr deutlich, wen er repräsentiert und wen nicht: In diesem Fall die Immobilienlobby und nicht die zahlreichen Wohnungslosen und Verdrängten dieser Stadt. Eigentlich keine Überraschung, dass ein Saatssekretär, der den Hausbesetzer*innen näher steht als privaten Investor*innen, für die SPD nicht tragbar ist. Die Chance ein starkes Zeichen zu setzten was wir davon halten, sollte man sich dennoch nicht entgehen lassen!

Darum riefen wir am 16.01. zur Kundgebung vor unserem „geliebten“ Grimm-Zentrum auf. Zusammen mit Studis der SOWI-Fachschaft der Humboldt-Universität zu Berlin. Parallel wird der Akademische Senat der HU über den Verbleib von Andrej Holm als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der SoWi-Fakultät diskutieren.
Wir kennen Andrej Holm aus persönlicher Erfahrung als vertrauensvollen Dozenten, verlässlichen Referenten und inspirierenden Mitstreiter. Daher: #holmbleibt!

Am 17.01. haben 100 Studierende sich Zutritt zur Sitzung des Akademischen Senats der Humboldt-Universität zu Berlin verschafft, der heute über die Zukunft von Andrej Holm an der Fakultät für Sozialwissenschaften beriet.
Polizist*innen wollten die friedlichen Studierenden mit Gewalt am Betreten der AS-Sitzung hindern, ohne jedoch das Hausrecht innezuhaben. Die solidarischen Studis ließen sich davon nicht einschüchtern und fordern im Akademischen Senat: #holmbleibt!

Auf die Entlassung Holms hin, haben Studis in Solidarität mit Andrej Holm das Sozialwissenschaftliche Institut der HU besetzt. Es finden große Plenen statt, die Nudelsoße brodelt und Workshops werden geplant. Auch gibt es Kino, Essen und Getränke. Viele bleiben über Nacht.

Die ISW- Besetzung hat seine erste eigenständige Videoproduktion.
Das kann sich sehen lassen! Ebenfalls empfehlenswert: Die Facebook Seite „Holm bleibt„.

Kommt vorbei, seid Teil! Universitätsstraße 3b, 10117 Berlin.

la:iz

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Wahl des 36. Studierendenparlaments

Parlamentarische Demokratie, lieben wir sie nicht alle?
Und genau aus diesem Grund baten wir zur StuPa Wahl!

Es standen fantastische Optionen zur Auswahl:
la:iz ins StuPa mit dem Listenplatz 13!
Kritische Liste ins StuPa mit dem Listenplatz 21!
Kritische Liste in den AS mit dem Listenplatz 3!

la:iz

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Remember Mahmud Azhar

Zum neuen Jahr versammelten wir uns zum Gedenken an Mahmud Azhar. Eine Mahnwache für das Ende rassistischer Gewalt!

Am 7. Januar jährt sich der rassistische Angriff auf den in Pakistan geborenen FU-Studenten Mahmud Azhar, an dessen unmittelbaren Folgen er in der Nacht zum 6. März 1990 verstarb, zum 27. Mal. Zum Zeitpunkt seines Todes war er 40 Jahre alt. Im Mai desselben Jahres hätte er seine Promotion abgeschlossen.

„An Mahmud Azhar erinnert sich an der Freien Universität heute fast niemand mehr. […] Es besteht eine unabdingbare Notwendigkeit das zu ändern und den unerträglichen Zuständen, die dieses Vergessen möglich gemacht haben, offensiv zu begegnen.“

Wir, die Initiative in Gedenken an Mahmud Azhar, der AStA FU Berlin und La:iz rufen zu einer Mahnwache am Ostpreußendamm auf, um des rassistischen Mordes an Mahmud Azhar und all den anderen Opfern rassistischer und faschistischer Gewalt zu gedenken.

Kein Vergeben, Kein Vergessen!
Für ein Ende der rassistischen Gewalt!

Mahnwache
14 Uhr, Samstag 7. Januar 2017
Ostpreußendamm 111

Über den Mord an Mahmud Azhar:
https://www.astafu.de/content/remember-mahmud-azhar

– english –

On 7th January it will be 27 years since the violent racist assault against the FU-student Mahmud Azhar, who died in the aftermath of this attack in the night to 6th March 1990. He was 40 years old when he died and would have finished his Ph.D. in May of the same year.

„At the Freie Universität Berlin almost nobody remembers Mahmud Azhar anymore. […] There is an inevitable necessity to change this and to ofensively face the unbearable conditions that made this oblivion possible.“

We, the Initiative in Remembrance of Mahmud Azhar, AStA FU Berlin and La:iz invite you to a Manifestation at Ostpreußendamm, in remembrance of the racist murder of Mahmud Azhar and all the other victims of racist and fascist violence.

Never forgive! Never forget!
No more racist violence!

Manifestation
2 pm, Saturday, 7th January 2017
Ostpreußendamm 111

About the murder of Mahmud Azhar:
https://www.astafu.de/sites/default/files/OoD%2015_engl.pdf„.

Der Mord an Azhar ist kein Einzelfall. Die Initative „… ums Ganze!“ rief auf, zur Demonstration am 07.01. nach Dessau zu fahren.

Mehr als 1500 Leute waren bei der Oury Jalloh-Demo in Dessau und das trotz kaltländischer Wetterverhältnisse!
Wir vergessen die Opfer rassistischer Polizeigewalt nicht und sind auch nächstes Jahr wieder am Start.
Denn Oury Jalloh – das war Mord!

Weil es auch uns nicht loslässt:
Hintergrundinfos gibt es in einer gut recherchierten Radio-Dokumentation vom WDR (2014), die ihr hier findet http://www1.wdr.de/…/audio-oury-jalloh—die-widerspruechli….
Die Initiative „Break the Silence“ leistet fantastische Arbeit zur Aufklärung, also schaut doch auch mal da vorbei: https://initiativeouryjalloh.wordpress.com/.

la:iz

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Video gegen Neoliberalisierung

la:iz

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Der Kampf geht weiter – Hüttenweg 43!

Auf der Flucht traumatisiert und hier in Deutschland weitert terrorisiert:

150 Geflüchtete leben seit 14 Monaten im Hüttenweg 43. In einer Sporthalle. „Privatsphäre“ können sie sich nur durch gespannte Folien oder Bettlaken zwischen den Stockbetten bauen.

Statt einen Platz zum Lernen oder gar an der Uni, haben sie einen Lagerplatz. Und das schon länger, als vom Berliner Senat versprochen: Maximal für ein Jahr sollten sie hier „leben“.

Auch eine mangelnde Hygieneversorgung trägt dazu bei, dass sich die Geflüchteten nicht erholen können.

Deswegen nehemen sie nun den Kampf auf: Seit dem 12.12. befinden sich mehrere Geflüchtete im Hungerstreik. Gefordert wird die Schließung des Heims. Jeder Familie soll zumindest ein eigenes Zimmer zur Verfügung stehen. Beim derzeitigen Leerstand vieler Villen in Dahlem ist nicht begreiflich, warum ihren Forderungen nicht nachgekommen wird.

Zusammen mit den Geflüchteten riefen wir zur Demonstration auf. Nach gemeinsamen Transpi Malen, ging es am 16.12. vor die Mensa der Rost- und Silberlaube.

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Geflüchtete schildern ihre Situation durch Erzählungen, Musik und Gesang.
Und trotz erfolgreicher Kundgebung ist der Kampf noch nicht vorbei: also unterstützt die Geflüchteten aus dem Hüttenweg 43! Schaut bei ihnen vorbei und verbreitet die Infos.

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Ein baldiges Ende der beschissenen Lebensbedingungen? – „Ich kann es Ihnen nicht versprechen, aber ich hoffe es sehr.“
Vom Hoffen verbessert sich die Situation der Geflüchteten nicht, Frau Breitenbach.
Protestieren und die Dinge selbst in die Hand nehmen! Villen und Social Center statt Turnhallen!

Die Abendschau gibt Eindrücke von der Turnhalle und Lebenssituation der Geflüchteten aus dem Hüttenweg 43.

la:iz

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Advent, Advent, dein Wäglein brennt – Widerständige Gedichte zur Weihnachtszeit, 3. Akt

„Freie Universität,
ich komm immer zu spät,
scheiß U3,
ach was sind wir frei,
VWL und Jura
nur BWL ist cooler.

Freie Universität,
wir ernten was sie sät,
der Arbeitsmarkt der wartet schon,
so richtig hoch der erste Lohn.

RATS 2016.“

Kein automatischer Alternativtext verfügbar.
la:iz

 

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CLOSE THE HEIM – Hüttenweg 43!

Solidarität mit unseren Nachbar*innen im Hüttenweg 43

CLOSE THE HEIM

Seit mehr als einem Jahr wird Geflüchteten in einer Turnhalle im Hüttenweg 43 in Dahlem vorgegaukelt, dass es sich bei ihrer Unterbringung um eine Übergangslösung handelt. Privatsphäre ist in der Turnhalle nicht möglich. Viele der Geflüchteten gehen zur Schule oder besuchen Deutschkurse, können in der Unterkunft aber nicht lernen.

Immer wieder wird von Seite des Senats versprochen, dass bald eine bessere Lösung für die rund 150 Menschen eingerichtet werde, die hauptsächlich aus Syrien und Afghanistan flüchteten. Doch es passiert nichts.

Diese Zustände sind nicht tragbar. Besonders angesichts der vielen leerstehenden Villen in Dahlem, ist es nicht zu akzeptieren, dass Bewohner*innen seit 14 Monaten in Mehrstockbetten, nur sichtgeschützt durch Folien oder Bettlaken, bleiben müssen.

Seit Montag befinden sich Geflüchtete im Hungerstreik und wollen ihren Protest nun auch an die Uni tragen! Sie sind entschlossen auf ihre Situation aufmerksam zu machen und den Senat dazu zu bringen, die Turnhalle zu räumen.

Dazu zwei Termine:

Am Donnerstag, den 15.12. um 11.00 Uhr Treffen am Hüttenweg 43 zum Schnakken mit den Protestierenden und gemeinsamen Transparente Malen. Einige Studierende gehen um 10.30 Uhr am AStA in der Otto-von-Simson-Str. 23 zusammen los.

Und am Freitag, den 16.12. um 11.30 Kundgebung der Geflüchteten vor der Hauptmensa!

Kommt und unterstützt den Kampf der Geflüchteten im Hüttenweg 43!

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Für weitere Infos:

http://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/steglitz-zehlendorf/fluechtlinge-in-berliner-turnhallen-es-ist-der-wahnsinn-dass-es-so-lange-dauert/14972990.html

http://oplatz.net/huttenweg/

la:iz

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Guerilla im Grimm-Zentrum

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Das Grimm-Zentrum: Ein Symbol der unternehmerischen Hochschule
Das angebliche „Bibliothekswunder“ in Berlin-Mitte. Das größte Wunder besteht in Wahrheit darin, sich im Wettbewerb um einen freien Arbeitsplatz gegen die konkurrierenden Kommiliton*innen durchzusetzen.

In der preisgekrönten Zentralbibliothek, in der sexistische Macker Sprüche den verbliebenen Spaß an der wissenschaftlichen Betätigung komplett verderben. Symbolisch thront sie zwischen Bahnhof Friedrichstraße und dem Hauptgebäude der HU. Mit ihrem symmetrischen Aufbau verkörpert sie die gleichförmige und eintönige Langeweile der Massenstudierendenhaltung par excellence. Inspiration und Utopie geht anders!

Studierende wollten im Rahmen des Blockupy Europe-Aktionstages am 02.09. mit einer Kissenschlacht im Grimm-Zentrum, gegen diese Zustände protestieren. Der repressive Charakter der Humboldt-Universität und der Berliner Polizei trat jedoch offen zutage: sie beschlagnahmten die Kissen und verboten den Protest. Deshalb haben wir uns entschieden, heute der Traurigkeit im Grimm-Zentrum für wenige Minuten ein Ende zu setzen und sorgten für ein riesengroßes Durcheinander.

Am 14.12. machten Aktivist*innen mit Konfetti, Transparenten und Flugblättern klar:

Wir werden uns auch in Zukunft den Protest nicht nehmen lassen und weiterhin den grauen Alltag und den täglichen Wahnsinn an der Uni durchbrechen!

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la:iz

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